Der Berg aus Trauer
Der Berg aus Trauer
Zum 15. Jahrestag des Srebrenica-Genozids schütteten wir 16.744 Schuhe vor das Brandenburger Tor. Die Schuhe stellten das Arbeitsmaterial für die Säule der Schande dar und wurden in einer Rekordzeit von nur 40 Tagen in Bosnien und der bosnischen Diaspora gesammelt. Sie enthielten Botschaften an die deutsche Bevölkerung und an die Vereinten Nationen und kamen größtenteils per Lastwagen aus Bosnien.
Was von 8.372 Menschen bleibt: ein Bild, das um die Welt ging. Foto des Tages bei 7 internationalen Nachrichtenagenturen. Berichte in sämtlichen deutschen Tageszeitungen, Bosnien, Türkei, Kolumbien und Iran: ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Bosnien-Herzegowina.
Über den Titel („Der Berg aus Trauer“):
Die Lastwagenfahrer Admir und Davor waren 30 Stunden ohne Pause unterwegs. Ihnen war wichtig aus Respekt vor den Opfern, dass sie die Schuhe pünktlich zum gewünschten Ort bringen. Ziemlich erschöpft stehen sie vor ihrem Lastwagen: „Wir hatten ja gar nicht geahnt, dass wir mit unserem Laster bis vor das Brandenburger Tor vorfahren dürfen, wir sind total überrascht. Wir konnten uns auch nicht so richtig vorstellen, was mit den Schuhen passieren sollte, aber der Berg so mitten in der Stadt ist sehr beindruckend, obwohl er aus Trauer besteht. Wir sind begeistert, dass ein junger Mann aus Deutschland für unser Land kämpft. Seine Tat beweist auch, dass ein EU-Land mit einem Nicht-EU-Land kommunizieren kann, vielleicht ist das Beweis genug, dass sich Bosnien gar nicht so sehr von den EU-Ländern unterscheidet und die EU uns doch als Mitglied bald aufnehmen wird. So ein Verbrechen wünscht man keinem auf dieser Welt."
Auszug aus einem Artikel von Mirella Sidro.
Kulturzeit (3sat) erklärt, was mit den 16.744 Schuhen geschehen soll: der Bau einer gigantischen Säule der Schande (8 Meter hoch und 16 Meter breit).
"Hoffen wir darauf, dass die alten, reifen Völker Europas nicht nur die Tage des Ruhmes, sondern
auch die Nächte der Schande der eigenen Geschichte im Gedächtnis zu behalten imstande sind."
Bogdan Bogdanovic