Vita Ruch
Vita Ruch
Philipp Ruch, Philosoph, Menschenrechtler, Gründer des Zentrums für Politische Schönheit und politischer Expressionist. Studium der politischen Philosophie (Prof. Volker Gerhardt), Mitarbeit am Forschungsbereich Geschichte der Gefühle (Max-Planck-Institut), Research Fellow der Kolleg-Forschergruppe Bildakt und Verkörperung (Prof. Horst Bredekamp). Promotion über „Das Gefühl der Ehre. Ehrbewusstsein und Ehrverletzungen als Grundlagen einer politischen Theorie“ (Prof. Herfried Münkler u. Prof. Hartmut Böhme).
DIE ZEIT wählte ihn einst unter die 100 Studenten, „von denen wir noch hören werden“. Für seine Arbeit dankte ihm 2009 sogar der bosnische Außenminister. 2010 gewann er die Unterstützung der über 6.000 Überlebenden des Srebrenica-Genozids für eines der ungewöhnlichsten Mahnmal-Projekte aller Zeiten, den Pillar of Shame gegen die Vereinten Nationen. – Den Überlebenden wird bis heute der Zugang zu einem europäischen Gericht zur Aufarbeitung der Rolle der UNO verweigert.
Bei den Zwischennutzungen des Palasts der Republik in Berlin (2004 und 2005) gründete Ruch das Kunstfilmfestival Die Nacht der 7 Traurigkeiten. Er ist Regisseur mehrfach gefeierter Experimentalfilme wie Über das Verschwinden oder Die Einsamkeit des Angreifers, sowie des Dokumentarfilms Himmel über Srebrenica, der die letzten Stunden des Krisenstabs der UN vor der Katastrophe in Srebrenica minutiös rekonstruiert.
Sprechen Sie ihn besser nicht an auf:
Freud, Weber, Adorno, Habermas.
Sprechen Sie ihn an auf:
Allan Bloom (Zeit einplanen), Reinhardt Koselleck, Wolf Lepenies, Francis Fukuyama, Albert O. Hirschman, Günther Anders, Isaiah Berlin, Julien Benda, Bruno Snell, Nabokov, Saul Bellow, den Einfluss von Schriftstellern auf die Politik, die Semantik von Gefühlen und gezielten Begriffsmord.
„Wenn man das Wort ,Schönheit‘ gegen das Wort ,Politik‘ schlägt, erzeugt man den Funken für eine Revolution.“
Philipp Ruch
Foto: Jessica Wahl
Alexander Kluge lobte seinen Film Über das Verschwinden: „Ich halte die Form für besonders gelungen. Ein Mensch ist des anderen Spiegel - diesen Satz setzen Sie in Bilder um." +++ Roger de Weck beschimpfte seine Prognose eines „islamischen Amerikas“ bis zum Ende des 21. Jahrhunderts (in Analogie zum christianisierten römischen Imperium) als „so unsinnig wie ein buddhistisches Russland oder ein christliches Saudiarabien.“ +++ Dominik Graf empfahl sein Drehbuch Der gefrorene Moment: „Sie laden Szenen in ihren Splittermomenten auf, so daß sie ein Patchwork aus Details ergeben.“
Film (Auswahl)
Himmel über Srebrenica
Schuld.
Über das Verschwinden (2005)