Die Mahnwache

Im Rahmen einer 76stündigen Mahnwache haben wir die Original-NATO-JDAM-Bomben im Gedenken an die Opfer vor dem Brandenburger Tor niedergelegt. Die Bomben, die 1995 nicht zur Verteidigung der „internationalen Schutzzone“ Srebrenica eingesetzt wurden, entwickelten sich zum beliebteren Fotomotiv für Touristen (die Mahnwache fand vom 8.7., 18h, bis 10.7., 22h, statt).

Der Politiker und Bundesvorsitzender der Grünen, Cem Özdemir, bei seinem Besuch der Mahnwache. Wir erklären ihm den Sinn der Bomben.

Warum NATO-JDAM-Bomben?


Der Krisenstab weiß von 2 auf die Schutzzone vorrollenden Panzern, die auf der einzigen südlichen Zufahrtsstrasse in die Stadt (auf 40‘000 Zivilisten) schiessen.

40 NATO-Kampfflugzeuge kreisen an jenem Abend über der Adria und warten auf ihren Einsatzbefehl. Die Piloten hätten in 20 Minuten über der Stadt sein können, die mit Mehrfachraketenwerfern, Panzern und schwerer Artillerie beschossen wird.

Hätte man die in Srebrenica eingeschlossenen Menschen gegen den Vormarsch schützen wollen, hätte man diesen aus der Luft mit 3 JDAM-Bomben stoppen können.

Axel Hagedorn hat in seiner Klage gegen die Vereinten Nationen nachgezählt, dass nur 4 Panzer (Baujahr des modernsten: 1973) den Angriff auf Srebrenica angeleitet haben. Wir ziehen deshalb 3 Bomben aus dem Fluss des Vergessens.

Fotos: Lara Wilde

„Marieluise Beck bezeichnete Bosnien einmal als: ,Der Pazifismus entlässt seine Kinder.‘

Wir wollen der deutschen Bevölkerung mit den Aktionen zu Srebrenica diese Frage stellen. Deshalb stationieren wir Bomben im Herzen Berlins:


Hier sind die Mittel, die das Leben von 40.000 Menschen gerettet hätten. Denken Sie bitte ernsthaft nach, ob Sie nicht doch bereit sind, Soldaten einer feindlichen Armee für ihre genozidalen Pläne in den Tod zu schicken.“


Philipp Ruch

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