web design software mac

25.000 Euro Belohnung


Ziel: Das größte Waffengeschäft in der jüngeren deutschen Geschichte verhindern. Der Weg: wir loben 25.000 Euro Belohnung aus, um einen der Eigentümer des Panzerkonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ins Gefängnis zu bringen. Großplakate in ganz Deutschland versprechen Geld für Hinweise auf Delikte wie Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder Kapitalanlagebetrug.
Beabsichtigter Nebeneffekt: die verschwiegenen Waffenhändler werden über Nacht aus ihrem Schattendasein geholt und gelangen unfreiwillig zu bundesweiter Bekanntheit. Die etablierten Medien können mit Hilfe der Aktion die zentralen Profiteure des Milliardendeals mit Saudi-Arabien benennen. Es geht um den Export von 270 Leopard II-Panzern.
In drei Monaten erscheinen über 2.500 Artikel, die unsere „soziale Würgeplastik“ entfalten. Selbst engste Vertraute, Arbeitgeber und Weggefährten wenden sich von den Besitzern ab. Und der Waffendeal mit Saudi-Arabien – immerhin der siebtschlimmsten Diktatur der Erde – scheitert.


„Ich bin moralisch entsetzt!“

Kurt Braatz, Pressesprecher des Panzerkonzerns KMW

„Das ist ein genialer Versuch! Wenn ich mitmachen kann, werde ich mittun.“

Rupert Neudeck

Archetypen des deutschen Waffenhandels: Waldorfschüler, Könstler, Fotografen, Lehrer, Psychologen, sogar ein Mozart-Biograph und Mitglied der Humanistischen Union. KMW ist Privatbesitz zweier Familien (von Braunbehrens und Bode).

Screenshots der Fahndungsseite: Jeder Eigentümer erhält ein umfangreiche Dossier mit Lebensstationen. Dokumente einer reinen Lehre der moralischen Schizophrenie.

Bei beiden Familien findet sich „der willkürlich anmutende Versuch, die eigene Vita präventiv mit gutmenschlichen und schöngeistigen Tätigkeiten aufzufüllen, um den eigenen Machenschaften innerhalb des Panzer-Clans einen moralischen Ausgleich entgegenzustellen.“ (Webseite)

"Die Waffenfirma stand ratlos da. [...] Mit Kampagnen gegen das Unternehmen kennen sich Rüstungskonzerne aus. Sie stehen seit Jahren im Fokus und machen das, was sie immer tun: beobachten, totschweigen, aussitzen. Doch dieses Mal war die Überraschung zu groß, die Kampagne zu radikal, der Ansatz zu neu."

Der Waffenindustrie das Fürchten gelehrt (Jahresrückblick Netzpolitik 2012)

Bis zur Aktion interessierten sich die KMW-Eigner nur mäßig für die Geschäftspolitik ihres Unternehmens. Die „Fotografin“ erhält einen Brief von ihrer langjährigen Kuratorin: „Ich appelliere an Deine Menschlichkeit und fordere Dich hiermit auf: Bringe Dich aktiv in die Firmenpolitik der KMW ein.“
Der mit 11,25 % größte KMW-Anteilseigner leitet juristische Schritte gegen die Suche nach seinen Strafvergehen ein, weil er sich „in seinem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit [...] verfolgt" und „erniedrigt“ – ein schwerreicher Waffenhändler wohlgemerkt – fühle. Dabei geht es gerade darum, ein falsches Selbstbild zu überwinden und sich als das zu begreifen, was man ist. Seine Anwälte erwirken eine Unterlassungserklärung gegen die Fahndung.

Die Sensation: ein Waffenhändler bricht mit dem branchenüblichen Schweigen und gibt dem ZDF ein Interview über unsere Aktion. Er enthüllt auch die Position der Eigentümer zum Panzerdeal: „Einige finden das nicht gut“. Drei Tage später fliegt er aus den Aufsichts- und Gesellschafterräten der Waffenfirma.
Etwas unglücklich setzt von Braunbehrens sich zunächst auf seiner Homepage zur Wehr. Dies sei keine Aktionskunst. Während Schlingensief im Raum des Symbolischen verblieben sei, greife das Zentrum für Politische Schönheit auf die Realität über. Inzwischen hat er seine Anteile verkauft.
Ganz normale Bürger "erklären" in 100 Letters den Besitzern des Waffenkonzerns KMW den Krieg – im doppelten Wortsinne. Aktion an der 7. Berlin Biennale unter dem Motto „Forget Fear“.
  • „Lieber die paar Menschen an den Pranger, als ein ganzes Volk vor die Panzer.“

    Julian Fu über Facebook
  • „Ich kann gar nicht sagen, wie gut ich diese Aktion finde – die Worte müssten erst erfunden werden.“

    Anna Elbe
  • „Seit Wikileaks‘ Anfangserfolgen hat mich keine demokratie-korrigierende Aktion im Internet mehr so fasziniert!“

    Willi F.
  • „Das Zentrum für Politische Schönheit ist der Beweis, dass Kunst nicht zwangsläufig immer reiner Selbstzweck oder das Produzieren von Dekorationsartikeln der Büros Vorstandsvorsitzender multinationaler Konzerne sein muss.“

    Thomas S.
  • „Die Kreativität der Aktion ist einzigartig; die Auswirkung und mediale Reichweite enorm. Dass sich unter den Gewinnern dieser Deals auch Künstler befinden, will ich kaum wahrhaben.“

    Nikolaus
  • „Ich glaube, dass noch keine Aktion mich jemals so bewegt oder beeindruckt hat. Nicht nur, dass sie klug ausgedacht und augenscheinlich auch durchgeführt ist!“

    Maurice
  • „Ihr habt die geilste Scheisse losgetreten, die es seit Erfindung der Social Media gibt!“

    Zwei Teilig über Facebook
  • „Gratulation zu dieser imposanten Idee demokratischen Widerstands!“

    Franz aus Salzburg
  • „Den Kern der Verantwortung getroffen! Die Konzerneigentümer kümmern sich nicht um das Tagesgeschäft ihrer Beteiligungen und sind der Meinung, dass sie hierfür auch nicht die Verantwortung tragen. Sie sind der Meinung: es ist das wirtschaftliche System, dass die Manager ihrer Aktiengesellschaft zwingt im Sinne der Kapitalvermehrung zu agieren und wenn nicht wir dies tun, tun es die anderen, also haben wir keine Schuld, denn es würde ja sowieso passieren. Diese Logik wird von Euch demaskiert.“

    Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft Bonn
Der Leopard II A7+ ist nicht irgendein Kriegsgerät. Er wurde speziell für den Einsatz in Städten entwickelt, wie unser Aufklärungsvideo verdeutlicht. Die Liste an "Features" klingt wie Musik in den Ohren von Diktatoren, die Aufstände niederschlagen wollen.

Der Sündenfall: das totalitäre Saudi-Arabien marschiert im Nachbarinselstaat Bahrain ein, um den demokratischen Aufstand mit aller Brutalität niederzuschlagen. Wenige Wochen später will KMW den High-Tech-Panzer Leopard II A7+ an die Saudis liefern. Im Demokratie-Rating des Economist landete Saudi-Arabien auf Platz 161 von 167 Ländern.

Burkhart von Braunbehrens gegenüber der ZEIT: „Der Zeitpunkt für die Anfrage nach deutschen Panzern für Saudi-Arabien während des Arabischen Frühlings war natürlich schlecht.“

"The executives of the weapons makers should not be able to sleep at night!" Der renommierte Waffenhandelsexperte Andrew Feinstein über unsere Aktion, die die Eigentümerverhältnisse von KMW endlich mit aller Wucht offenlegte.

Presse

1. Stufe

DIE ZEIT Identifiziert und attackiert

FAZ Pranger gegen Panzer

taz Wer verkauft den Leopard

Die Krone (Österreich) Webgemeinde jagt Panzerfamilie per Kopfgeld

ZDF aspekte Waffenhändler und Künstler

Süddeutsche Zeitung Rüstungsfirma am digitalen Pranger

Handelsblatt Aktivisten setzen Kopfgeld auf „Panzerfamilie“ aus

taz "Dafür müssen sie in Haft!"

Telepolis Appell an die moralische Verantwortung der Eigentümer

Die Welt Großflächenplakat gegen Rüstungsunternehmen entrollt

Metronaut Panzerfamilien im Rampenlicht

Greenpeace Magazin Kopfgeld auf deutsche Panzerhersteller ausgesetzt

Netzpolitik 25.000 Euro Kopfgeld auf Waffenhändler ausgelobt

Deutschlandfunk Kunst als Waffe

hr2 Prangerkunst

Bayern 3 Mit Kopfgeld gegen Panzerdeals?

Deutschlandradio Künstlerkollektiv setzt "Kopfgeld" aus

W&V Krasse Kampagne gegen Waffenhändler

dpa Kunst gegen Panzer

Hessischer Rundfunk Industriellenfamilie am Pranger

SWR2 Kunst als Waffe

WDR Was darf Kunst?

WDR 5 Familienkrach bei KMW

Themen der Zeit Anthroposophen beim Panzerdeal aktiv?

Neues Deutschland Die Panzer-Fahndung

wissenrockt Kopfgeld auf Panzerprofiteure


2. Stufe

Bayern 2 Aggressiver Humanismus gegen Panzer

Financial Times Deutschland Der Kriegserklärer

Süddeutsche Zeitung Stur wie ein Panzer

ZDF.kultur Kunst gegen Unrecht

Telepolis Pranger gegen Panzerfamilie?

ARD Monitor Panzer nach Saudi-Arabien?

Stern Darf man Panzer an die Saudis liefern?

Focus Die Macher des Leopard 2 (7 Seiten mit einem Bestof unserer Informanten)

WirtschaftsWoche Rüstungsriese manövriert sich ins Abseits

FTD Der Panzerdeal wackelt

Handelsblatt Miteigentümer haben Bedenken

Rheinpfalz Der Alt-Linke und die Waffenfirma

tagesschau Miteigentümer nennt "Leopard 2"-Export Wahnsinn

Der Westen Rüstungsunternehmer begehrt auf

Berliner Zeitung Der kritische Waffenhändler (auch FR)

Focus Merkel wird Panzerdeal stoppen

dpa Bundesregierung lehnt jede Auskunft ab

Freitag Ein Manöver in eigener Sache

Die Welt Künstler bremst die deutsche Panzeroffensive

Spiegel Online Gesellschafter lehnt Geschäft ab


3. Stufe

taz Panzerproduzent sieht Ansehen bedroht

Badische Zeitung Künstlerinitiative beleuchtet Besitzverhältnisse bei KMW

Tagesspiegel Die Panzerfamilie Braunbehrens

Märkische Allgemeine Soziale Würgeplastik

Neues Deutschland Waffenhändler verstecken sich hinter bürgerlicher Fassade

Kulturzeit (3sat) Klage gegen Kunstprojekt

dpa Künstler setzen Kopfgeld auf Konzern-Inhaber aus (u.a.: Die Welt, Berliner Morgenpost, ND...)

ORF Berliner Aktivisten gegen Waffenhersteller

WDR 5 Alt-68er und Ex- Rüstungskonzerneigentümer

PRmagazin Panzerproduzenten wehren sich

WAZ Dämpfer für "25.000 Euro"

Süddeutsche Zeitung Panzerhersteller geht gegen "Kopfgeld" vor

Junge Welt Die Eigentümer laufen immer noch frei herum

Freitag Mit Streisand gegen die Rüstungsindustrie

Netzpolitik.org Eigentümerin will Youtube-Video verbieten

Metronaut Panzerproduzentin will Protestvideo aus dem Netz haben


Englisch / International

The Local Activists offer cash for info on tank makers

Global Voices Wanted Posters against the Delivery of Tanks

The Art Newspaper Documenta ignores Kassel's bloody history

Express (Frankreich) Scandale!

Kristeligt Dagblad (Dänemark) Kontroversiel

Lenta (Russland) Artikel

RTL4 (Holland) Proteste gegen Waffenindustrie

Der Standaard (Belgien) Wapenhandelaar

De Wereld Morgen (Belgien) 25.000 euro

Tyden (Tschechien) 800 tanku Leopard

Haber Turk (Türkei) Bu tanklar

Saudi-Arabien Artikel