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Die Joachim 1

Über Crowdfunding finanzieren wir die Joachim 1, die erste Maschine der Flugbereitschaft der Deutschen Zivilgesellschaft. Das Flugzeug wartet auf einem deutschen Rollfeld auf seine historische Mission am 28.06.2016, die Sie ermöglichen. Sie können sogar mitfliegen! Das ZPS hat die 100 Passagiere in der Türkei ausgesucht und interviewt . Es handelt sich um syrische Kriegsflüchtlinge, die in Deutschland zweifelsfrei ein Recht auf Asyl haben. Alle Pass- und Personendaten liegen dem Kanzleramt, Auswärtigen Amt, Bundesinnenministerium und BAMF seit Aktionsstart vor. Als erstes Flugzeug seiner Art führt die Joachim 1 Menschen in Not auf einer sicheren Route aus der Türkei mit ihren Liebsten in Deutschland zusammen. Es gibt keine politische Rechtfertigung dafür, dass Menschen sich von Schleppern ausplündern lassen müssen, um dann entweder ertränkt zu werden oder hunderte Kilometer zu Fuß durch den Schlamm zu waten.





28.6.2016, 19 Uhr

Die Joachim 1 landet in Berlin-Tegel. Seien Sie bei der Landung der Joachim 1 dabei, wenn die ersten 100 Kriegsflüchtlinge nicht mehr ertrinken, sondern gefahrlos den Flughafen Berlin-Tegel erreichen und ihre engsten Verwandten in Deutschland wiedersehen können.


Das große Sterben hat begonnen

Der Sommer des Sterbens 2016 ist angebrochen. Es gibt keine Zeit zu verlieren. An der libyschen Küste ertrinken wieder Hunderttausende Menschen. Die Streichung eines einzigen Absatzes im deutschen Recht kann dies ändern – und damit das Schicksal der Humanität Europas noch wenden. Die Fähre, die vom türkischen Festland auf Lesbos übersetzt, kostet weniger als 10 Euro. Die Schlepper verlangen für dieselbe Route im tödlichen Schlauchboot bis zu 2.000 Euro. Verantwortlich dafür ist die EU-Richtlinie 2001/51/EG.

Die deutsche Bundesregierung kommunizierte am 22.06.2016 die Entscheidung über Leben und Tod unserer Kandidaten (über deren Wohlergehen auch Sie hier abstimmen können). Plenarprotokoll 18/178

Der Deutsche Bundestag entschied am 24.06.2016 darüber, ob die Flüchtlinge in der Mittelmeer-Arena vor Europa weitersterben sollen bzw. das Beförderungsverbot für Flüchtlinge aus dem deutschen Recht geworfen werden soll (§ 63 Abs. 3 – die Umsetzung der Richtlinie 2001/51/EG). Der Antrag war auch als Drucksache 18/8701 publiziert.

  • "Flüchtlinge zum Fressen gern haben – Die neue Kunstaktion des Zentrums für Politische Schönheit macht uns erneut aufmerksam auf die Folgen der europäischen Abschottung."

    Susanne Burkhardt, Deutschlandradio Kultur
  • "Die Arena vor dem Maxim Gorki Theater ist dabei nur die spektakuläre Kulisse des Projekts, das mit einem Image-Film im Netz beginnt, durch Online-Abstimmung dramaturgische Steigerung erfährt und seinen Höhepunkt in die Bundestagssitzung am 24. Juni verlegt. Ob es danach zur Katastrophe kommt (Stichwort Tiger) oder zur Katharsis (Stichwort Joachim 1, dazu gleich mehr) entscheidet sich dort. Kunst kann Horizonte öffnen, aber Asylpolitik bleibt ein Staatsstück. "Wir proben beides, Utopie und Dystopie", sagte André Leipold vom ZPS auf einer im Theater einberufenen "Bundeserpressungskonferenz"."

    Christiane Kühl, ZEIT
  • "Das, wovon die Story erzählt ist natürlich real. Die Story erzählt von Menschen, die im Meer ertrinken, weil sie keine sicheren Verkehrsmittel benutzen dürfen. Nun kommt das Zentrum für Politische Schönheit und erklärt sich mit diesem Umstand für nicht einverstanden. Und baut eine Inszenierung. Übrigens im Theater. Und keine 2 Tage später twittert der Innenminister und äußert sich. Und die BILD lässt Behördenleiter vom Grünflächenamt verrücktes Zeug erzählen. Und am Donnerstag wird im Deutschen Bundestag Paragraph 63 aus dem Ausländerrecht diskutiert werden. Ja, es ist Kunst. Kunst, die uns erzählt, wo das eigentliche Theater stattfindet. "

    Mely Kiyak
  • Bis zum derzeitigen Punkt jedenfalls ist die großangelegte und aufwendige Kunstaktion eine mit großer Ernsthaftigkeit durchgeführte Inszenierung. Jeden Abend finden in diesen Tagen Salons statt, sowohl der Berliner Kulturbetrieb als auch Politiker der Oppositionsparteien nehmen daran teil. Die Diskussion ist entfacht - das jedenfalls ist der Erfolg der grenzwertigen Aktion.

    Fabian Nitschmann, Spiegel Online
  • "Wenn jetzt das Zentrum für Politische Schönheit uns auffordert, darüber zu bestimmen, wer hineinkommt und wer nicht, dann wird, was die Volksvertreter privaten Unternehmen übertragen haben, an das Volk rückübertragen. Ob das eine glückliche Lösung ist? Es erhellt die Lage, in der wir uns befinden. Und wenn wir erst ein paar tausend Gesichter und Kurzbiografien vorliegen haben und dann bei den einen Daumen hoch sagen und bei den anderen Daumen runter, dann werden wir begreifen, dass wir das Spiel der römischen Imperatoren spielen. Dann begreifen wir auch, dass die europäischen Regierungen dieses Spiel schon seit Jahren stündlich aufführen."

    Arno Widmann, Frankfurter Rundschau
  •  "All das schlichtweg großes Theater. Das ist‘s was Theater kann: Theater kann Versatzstücke aus der Wirklichkeit nehmen und mit ihnen spielen – auf drastische Weise. Ist das zynisch? Flüchtlinge den Tigern zum Fraß vorsetzen zu wollen? Naja, es ist vielleicht zynisch, es bleibt aber – davon können wir wohl ausgehen – ein symbolischer Akt und der ist so gut gewählt, dass sofort alle die Ohren spitzen."

    Anke Schaefer, rbb Kulturradio
  • "Das ZPS wirft einen Stein ins Wasser – und niemand kann vorhersagen, welche Wellen er schlägt. Durch das Prinzip des "aggressiven Humanismus", wie ZPS-Chefdenker Philipp Ruch seine Grundhaltung bezeichnet, wird eine inhumane Politik gezwungen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Und alle Beteiligten genötigt, in ihren Rollen sichtbar zu werden – als Dulder, Wegseher, Mittäter."

    Silke Müller, Stern
  • "So wie sich die Passanten vor der Manege im dekadenten römischen Zirkuspublikum wiedererkennen sollen, werden Journalisten, die das einzige Publikum dieser exklusiven Aufführung darstellen, dazu genötigt, über ihre eigene Rolle nachzudenken. Instinktiv mögen sie sich dagegen wehren, ins Boot einer Aktion geholt zu werden, deren Status zwischen Spiel und Ernst schillernd ist. Doch am Ende bleibt der Blick wider Willen dort hängen, wohin er gezwungen wurde: an der ausweglosen Situation vieler Flüchtlinge und der widersprüchlichen Haltung der europäischen Staaten. Das hinzukriegen ist keine kleine Leistung inmitten einer Öffentlichkeit, die sich seit Monaten mit der “Flüchtlingskrise” beschäftigt und dabei in Gefahr ist, für das Nächstliegende blind zu werden."

    Mark Siemons, FAZ
  • "Man kann das natürlich platt finden. Aber fakt ist, dass die Plattheit der Reaktionen diejenige der künstlerischen Konzepte bis dato leider noch immer um ein paar sehr erhellende Grade überstiegen hat. Auch angesichts des Tigerkäfigs dauerte es keinen Tag, bis besorgte Bürger, Institutionen und Medien sich – quasi hundertprozentig nach impliziter ZPS-Storyline – eher nach dem Tierschutz erkundigten als nach dem Schutz derer, die sich von den Tieren fressen lassen sollen."

    Christine Wahl, Der Tagesspiegel
  • "Doch nicht das ZPS speist den Zynismus in die Mitte der bürgerliche Gesellschaft ein, es macht die Normalisierung der Menschenverachtung sichtbar, leider ohne zu übertreiben. [...] Rechnet noch jemand damit, dass Präsident Gauck ein Machtwort gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik spricht, im Namen der Menschlichkeit? Eher nicht. Sein Porträt hängt zu Recht im Tigerkäfig."

    Ines Kappert, taz
  • "Man kann die Sache platt und wohlfeil finden, aber zu der mit dem Mitteln des Theaters vorgeführten sozialen Situation muss man sich eben doch irgendwie verhalten. Daran kam in seinem überraschend klaren Statement auch das um schwammige Formulierungen selten verlegene Bundesinnenministerium nicht herum: »Es handelt sich um eine geschmacklose Inszenierung, die auf dem Rücken der Schutzbedürftigen ausgetragen werden soll.« Worte, die eine ebenso unfreiwillige wie bittere Komik bergen: Ließe sich nicht genau so auch diese Farce namens EU-Türkei-Pakt beschreiben, unter der so viele Hilfe suchende Menschen leiden?"

    Christian Baron, neues deutschland
  • "Es liegt jetzt an uns: Verharren wir in der Abwehr oder lassen wir uns ein auf den Gedankenweg, auf den diese künstlerischen Aktivisten uns führen wollen. Sagen wir: Die Aktion ist zynisch! Oder sagen wir: Die Realität unserer Gesetze, die es keinem Flüchtlinge ermöglicht, ohne Aufenthaltsvisum in ein Flugzeug zu steigen, sondern sich auf den todbringenden Weg über das Mittelmeer zu begeben, diese Realität ist zynisch."

    Brigitte Fehrle, Berliner Zeitung

Presse






Die Toten kommen


Wir verlieren jeden Tag hunderte Einwanderer an den Grenzen der Europäischen Union. Die Opfer unserer Abschottungspolitik werden im Hinterland südeuropäischer Staaten verscharrt und anonym bestattet.

Erster Europäischer Mauerfall


Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls flüchtet ein vergessenes Denkmal aus der Hochsicherheitszone des Regierungsviertels an die EU-Außengrenzen.