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Die Säulen der Schande


Vergessen tötet! Die Opfer von Srebrenica mögen aus einem bestimmten Volk und einer bestimmten Religion stammen. Sie symbolisieren einen gigantischen Verrat an der gesamten Menschheit. Die Säulen der Schande werden eine Metapher gegen diesen Verrat, begangen von den Vereinten Nationen und eine bleibende Ermahnung an alle zukünftigen Mitarbeiter der Weltorganisation.
Der Plan: aus 16.744 Schuhen (für 8.372 Opfer) werden zwei Buchstaben in einer Gesamthöhe von über 8 Metern in leuchtendem Weiss errichtet. Durchbrochen werden die Buchstaben (ein „U“ und ein „N“) von drei monumentalen Einschusslöchern, in die 200 Schuhe aus den ostbosnischen Massengräbern eingelassen sind. Ein gigantisches Mahnmal wider das Vergessen der Nächte der Schande Europas. Und eine Medienwaffe, die der UN vor Augen führt, welch ungeheures Ausmaß an Schuld sie am Genozid von Srebrenica trägt.

„Srebrenica ist die größte Schande in der Geschichte der Vereinten Nationen.“
Kofi Annan

Katalog Säulen der Schande

"Hoffen wir darauf, dass die alten, reifen Völker Europas nicht nur die Tage des Ruhmes, sondern auch die Nächte der Schande der eigenen Geschichte im Gedächtnis zu behalten imstande sind."

Bogdan Bogdanovic

16.744 Schuhe werden in weissen Beton gegossen und füllen die Stahlkonstruktion aus.

In die Löcher sind 200 Schuhe aus Massengräbern eingelassen.

Die Skulptur formt eine Antwort darauf, dass den Hinterbliebenen bislang kein Respekt entgegengebracht wurde.

Die Überlebenden entscheiden über Aufstellungsort und die Namen der (westlichen) Politiker und Generäle, die das Mahnmal beschämen wird.

„Noch heute glauben viele, wenn die Welt nur vom Holocaust gewusst hätte, hätte sie auch etwas dagegen unternommen. Zwei Jahre in Bosnien haben mich eines anderen belehrt. Hätte es Bilder aus Auschwitz in der Weltpresse gegeben, hätte die Welt genauso wenig gehandelt.“ 

David Rieff

Was bleibt von 8.372 getöteten Menschen? Ein Bild, das um die Welt ging: der Berg aus Trauer. Das Baumaterial für die Säulen der Schande, aufgeschüttet vor dem Brandenburger Tor. Bild des Tages in vielen internationalen Zeitungen. Und Berichte über die Verantwortung der Vereinten Nationen am Genozid von Srebrenica.

Weltweit wurden in 14 Sammelstellen 16.744 Schuhe gesammelt, um den 8.372 Opfern zu gedenken. Zehntausende Menschen spendeten ihre Schuhe gegen die Vereinten Nationen, darunter der Botschafter Bosnien-Herzegowinas bei der UNO, 150 bekannte Persönlichkeiten wie der Fussballspieler Emir Spahic, die Regisseurin Jasmila Zbanic und Berlinale-Chef Dieter Kosslick, sogar ganze Kindergärten (unten).

„In Wahrheit ist dies das einzige, was wir aus Srebrenica mitgenommen haben: ein kosmisches Gefühl der Verlassenheit.“

Emir Suljagić

„Was die meisten schockierte, war die Unfähigkeit der UNO zu begreifen, wie unmoralisch sie handelte, wenn sie ständig zwischen Mördern und Vergewaltigern und jenen zu vermitteln versuchte, an denen sie sich vergingen.“

David Rieff

Presse

FAZ Mahnmal für Srebrenica – Die Witwen klagen an

taz "Säule der Schande" für die Opfer

Al Jazeera Srebrenica’s lessons for the United Nations

3sat Schuhe für Srebrenica – Ein Künstler erinnert an das Massaker

Associated Press Memorial of 16,000 shoes blames UN for not preventing genocide

Reuters 15 years after the Srebrenica massacre, artists in Germany build 'Pillar of Shame'

Berliner Zeitung Ein Mahnmal der Schande

evangelisch.de Srebrenica: „Das moralische Grab Europas“

Berliner Morgenpost 16.744 Schuhe erinnern an Genozid in Srebrenica

DW Säule der Schande – Das Mahnmal eines deutschen Künstlers

BZ 16.744 Schuhe erinnern an Massaker

Tagesspiegel Ein Mahnmalstreit: 16744 Schuhe. Eine „Säule der Schande“ mitten in Berlin

Berliner Zeitung Die Schuhe der Opfer

Spiegel Online 40.000 gedenken der Opfer von Srebrenica

Tagesschau (20 Uhr) Schuhberg für Srebrenica in Berlin

Süddeutsche Zeitung 16.000 Schuhe in Berlin

Balkan 24 Interview mit Dr. Christian Schwarz-Schilling

n-tv 15 Jahre nach Srebrenica

Spiegelfechter Offener Brief an den UN-Generalsekretär (Ruch)

Klartext Magazin Der Mord unter dem Schutz der UN

20 Minuten Tausende gedenken Srebrenica

MW 16.744 Schuhe gegen das Vergessen

Neues Deutschland Vom Versagen der Vereinten Nationen

Reuters Gedenken an Srebrenica

The Guardian What stands in the way of Bosnia reconciliation

Deutsche Welle The Pillar of Shame

Today's Zaman Monument to ensure Bosnian genocide is not forgotten

Le Nouvel Observateur Il y a 15 ans, Srebrenica


Wissenschaftliche Auseinandersetzung

Gerhard Schoenberner Ein Copyright auf Schuhe? Denkmalsdebatten. Ein Rückblick auf 2010, in: Gedenkstättenrundbrief 158 (12/2010), Stiftung Topographie des Terrors

Olivera Simić 'Pillar of Shame': Civil Society, UN Accountability and Genocide in Srebrenica, in: Transitional Justice and Civil Society in the Balkans, Olivera Simić, Zala Volčič (ed.), Springer, New York 2013 (bestellen).


Bosnische Medien

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